Eine Community of Practice (CoP) gedeiht nicht allein aufgrund von Strukturen - sie blüht auf, wenn aus der Kooperation eine wahre Zusammenarbeit entsteht. Dieser Wandel ist in einem Umfeld verwurzelt, in dem sich die Mitglieder sicher, befähigt und wirklich einbezogen fühlen. In Bildungseinrichtungen fördern starke CoP die Eigenverantwortung der Schüler:innen, indem sie die Lernenden ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, sich an Entscheidungen zu beteiligen und ihre Lernerfahrungen aktiv zu gestalten. Gleichzeitig verkörpern CoP die Prinzipien der inklusiven Bildung, indem sie sicherstellen, dass unterschiedliche Perspektiven, Bedürfnisse und Stimmen anerkannt und wertgeschätzt werden. Auf diese Weise unterstützen CoPs eine inklusive Schulentwicklung auf partizipative und nachhaltige Weise.
Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, müssen CoP-Treffen auf gemeinsamen Werten, unterstützenden Beziehungen und klaren Leitprinzipien aufbauen, die ein sinnvolles Engagement, einen offenen Dialog und kollektive Eigenverantwortung ermöglichen. Diese Aspekte tragen dazu bei, dass CoP-Treffen gut konzipiert, befähigend und effektiv sind - und letztendlich das Gedeihen der Gemeinschaft und der Schüler:innen, denen sie dient, ermöglichen.
Kooperation, Koordination und Zusammenarbeit:
Was ist der Unterschied?
De BruÏne& Gerdes (2018) unterscheiden verschiedene Ebenen der Zusammenarbeit:
Kooperation, Koordination und Zusammenarbeit:
1. Kooperation - Seite an Seite arbeiten
Kooperation bedeutet, dass Menschen einander helfen, wenn es nötig ist, aber meistens einzeln auf verwandte Ziele hinarbeiten.
Aufgaben bleiben getrennt.
Interaktion ist unterstützend, aber begrenzt.
Jede:r behält die Verantwortung für den eigenen Teil.
Typisches Beispiel:
Die Lehrpersonen tauschen Materialien oder Tipps untereinander aus, aber jeder plant seinen Unterricht unabhängig.
2. Koordination - Organisieren der Arbeit, damit sie zusammenpasst
Koordination beinhaltet die Organisation von Aufgaben, Rollen und Zeitplänen, um sicherzustellen, dass die einzelnen Beiträge gut zusammenpassen.
Die Arbeit wird ausgerichtet, synchronisiert, oder sequenziert.
Klare Struktur, Rollen und Verfahren
Der Schwerpunkt liegt auf Effizienz und der Vermeidung von Überschneidungen.
Typisches Beispiel:
Ein Schulteam teilt die Zuständigkeiten für ein Projekt auf (z.B. einer kümmert sich um die Kommunikation, ein anderer um die Datenerfassung). Sie halten sich gegenseitig auf dem Laufenden, um den Prozess abzustimmen.
3. Kollaboration - Zusammenarbeiten, um etwas Neues zu schaffen
Kollaboration bedeutet, dass Menschen gemeinsam an gemeinsamen Aufgaben arbeiten, Entscheidungen gemeinsam treffen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Wissen und Verantwortung werden geteilt.
Neue Ideen entstehen aus Interaktion und Co-Kreation.
Wir setzen auf Vertrauen, Kommunikation und gemeinsame Ziele.
Typisches Beispiel:
Eine CoP entwickelt gemeinsam ein neues Unterrichtskonzept - Brainstorming, Erprobung, Verfeinerung und Bewertung zusammen.
Kurz gesagt:
Zusammenarbeit = wir helfen uns gegenseitig.
Koordination = wir organisieren um Chaos zu vermeiden.
Kollaboration = wir erschaffen etwas gemeinsam.
Wenn wir uns Communities of Practice in inklusiven Schulentwicklungsprozessen ansehen, können wir feststellen, dass dieser Ansatz die Merkmale der Zusammenarbeit widerspiegelt:
Gemeinschaften der Praxis
wechselseitige Verknüpfung von Praktiken und Wissen
Förderung eines umfassenden Lernens von- und miteinander
Förderung der Entwicklung von ganzheitlichen Ansätzen
Förderung der Zusammenarbeit zur Erreichung gemeinsamer Ziele
Förderung der gemeinsamen Suche nach Lösungen für komplexe Probleme
Schlüsselaspekte für eine fruchtbare Zusammenarbeit innerhalb einer Community of Practice in inklusiven Bildungseinrichtungen
-
Werte - Aufbau eines gemeinsamen Fundaments
Eine gedeihende CoP basiert auf gemeinsamen Werten. Mortier und Kollegen (2010) heben drei wichtige CoP-Werte hervor, die einen konstruktiven Prozess ermöglichen, nämlich:
offene Haltung: Flexibilität, um sich an die Umgebung anzupassen;
sicheres Umfeld mit gleichberechtigtem Beitrag: voneinander lernen können und für alle die Möglichkeit haben, sich an der Entwicklung von Ideen zu beteiligen;
Verpflichtung zu erfolgreicher Inklusion: Aufrechterhaltung eines effektiven Unterstützungssystems und Förderung einer positiven Atmosphäre.
Weitere wichtige Werte, die eine CoP vorantreiben, sind Neugier, Respekt und vor allem das Lernen voneinander. Die gemeinsame Definition von Grundwerten hilft, Erwartungen abzustimmen und stärkt die kollektive Verantwortung. Werte dienen als Kompass für Interaktion und Entscheidungsfindung.
-
Klima - Schaffung eines sicheren und unterstützenden Raums
Kollaboration erfordert ein positives Klima, in dem alle Mitglieder ermutigt werden, offen zu sprechen, Zweifel zu äußern, Herausforderungen zu teilen und Ideen einzubringen, ohne Angst vor Verurteilung. Eine einladende, unterstützende Atmosphäre erhöht das Engagement und ermöglicht tieferes Lernen. Um einen sicheren und unterstützenden Raum zu schaffen, kann das CoP Team zum Beispiel gemeinsam eine kurze Reihe von "Wegen, wie wir zusammenarbeiten" erstellen. Kurze Check-Ins, informelle Gespräche oder kleine Teamaufgaben helfen, Verbindungen zu vertiefen und das soziale Gefüge der Gemeinschaft zu stärken. Außerdem sorgen Kommunikationsroutinen wie "Think-Pair-Share" für eine gleichberechtigte Beteiligung.
-
Kommunikationsleitlinien - Ein klarer und respektvoller Dialog
Klare Kommunikationsrichtlinien sorgen dafür, dass jede Stimme gehört wird. Dazu gehören Praktiken wie das Abwechseln der Teilnehmenden, aktives Zuhören, respektvolles Feedback und die bewusste Einbeziehung ruhigerer Mitglieder. Gute Kommunikation verringert Missverständnisse und fördert einen konstruktiven Dialog.
-
Gemeinsame Entscheidungsfindung - Ermächtigung der Gemeinschaft
Eine CoP gedeiht, wenn sich die Mitglieder für Entscheidungen verantwortlich fühlen. Die Einbeziehung aller in die Planung von Schritten, die Einigung auf Prioritäten oder die Gestaltung der nächsten Aktionen fördert das Engagement und stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Gemeinsame Entscheidungsfindung verwandelt Beteiligung in echte Zusammenarbeit. In Bildungskontexten gehört dazu auch die Förderung der Eigenverantwortung der Schüler:innen - um sicherzustellen, dass die Lernenden ein echtes Mitspracherecht bei Entscheidungen haben, die ihre Erfahrungen betreffen. Wenn die Schüler:innen befähigt werden, Ideen und Perspektiven einzubringen, wird die CoP integrativer, reaktionsfähiger und kollektiv vorangetrieben.
-
Reflexion und kontinuierliche Verbesserung - Learning as you go
Regelmäßige Reflexionsmomente helfen dabei, festzustellen, was gut funktioniert und was möglicherweise angepasst werden muss, z. B. durch Anwendung der "Stop-Start-Continue"-Methode am Ende einer CoP-Sitzung. Diese einfache Routine hält die Reflexion überschaubar und schafft eine kontinuierliche Feedbackschleife, die der Gruppe hilft, sich schnell und gezielt anzupassen. Auf diese Weise wird die Anpassungsfähigkeit gestärkt und sichergestellt, dass sich die CoP mit den Bedürfnissen ihrer Mitglieder weiterentwickelt.
Warum diese Aspekte wichtig sind
Gemeinsam schaffen diese Elemente die Voraussetzungen für erfolgreiche und sinnvolle CoP-Sitzungen. Wenn das Umfeld sicher ist, die Werte geteilt werden, die Kommunikation offen ist und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, verwandelt sich Kooperation ganz natürlich in Zusammenarbeit - und ermöglicht es der CoP, zu wachsen, innovativ zu sein und eine langfristige Wirkung zu erzielen.
In Modul 4 finden Sie eine Vielzahl von Methoden und Instrumenten, die Sie bei der effektiven Planung und Moderation Ihrer CoP-Sitzungen unterstützen.
Reflexionsaufgabe: "Wie wird meine CoP zu einem Raum für echte Zusammenarbeit?"
Denken Sie über Ihre aktuelle (oder zukünftige) Community of Practice nach und beantworten Sie die folgenden Fragen. Machen Sie sich selbst Notizen und werden Sie so konkret wie möglich:
Werte - Was leitet uns?
Welche gemeinsamen Werte sind in Ihrer Gruppe bereits sichtbar?
Welche müssen noch diskutiert oder explizit gemacht werden?
Kommunikation - Wie reden und hören wir zu?
Wie effektiv kommuniziert Ihre Gruppe?
Werden alle Stimmen gehört, auch die leiserer oder zögerlicherer Mitglieder?
Klima - Wie sicher und inklusiv ist der das Gruppenklima?
Was trägt dazu bei, dass sich die Menschen wohl fühlen, wenn sie Ideen, Herausforderungen oder Fehler mitteilen?
Was könnte die psychologische Sicherheit in Ihrer CoP stärken?
Gemeinsame Entscheidungsfindung - Wie treffen wir gemeinsam Entscheidungen?
Wie werden Entscheidungen derzeit getroffen?
Wo könnten Sie die Mitglieder aktiver einbeziehen - gegebenenfalls auch Schüler:innen -, um die Handlungsfähigkeit und Eigenverantwortung zu stärken?
Reflexion - Wie lernen wir während der Arbeit?
Welche Reflexionsroutinen gibt es bereits (z. B. Check-Ins, Feedback-Runden)?
Welche neuen Reflexionspraktiken könnten Ihrer CoP helfen, sich weiter zu verbessern?
Referenzen
De BruÏne, E. & Gerdes, J. (2018). Naar de andere oever. Tijdschrift voor Orthopedagogiek, 9-10. https://www.tijdschriftvoororthopedagogiek.nl/110-1137_h1-Naar-de-andere-oever-h1
Mortier, K., Hunt, P., Leroy, M., Van de Putte, I., & Van Hove, G. (2010). Communities of practice in inclusive education. Educational Studies, 36(3), 345–355. https://doi.org/10.1080/03055690903424816
Eine Community of Practice (CoP) gedeiht nicht allein aufgrund von Strukturen - sie blüht auf, wenn aus der Kooperation eine wahre Zusammenarbeit entsteht. Dieser Wandel ist in einem Umfeld verwurzelt, in dem sich die Mitglieder sicher, befähigt und wirklich einbezogen fühlen. In Bildungseinrichtungen fördern starke CoP die Eigenverantwortung der Schüler:innen, indem sie die Lernenden ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, sich an Entscheidungen zu beteiligen und ihre Lernerfahrungen aktiv zu gestalten. Gleichzeitig verkörpern CoP die Prinzipien der inklusiven Bildung, indem sie sicherstellen, dass unterschiedliche Perspektiven, Bedürfnisse und Stimmen anerkannt und wertgeschätzt werden. Auf diese Weise unterstützen CoPs eine inklusive Schulentwicklung auf partizipative und nachhaltige Weise.
Um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, müssen CoP-Treffen auf gemeinsamen Werten, unterstützenden Beziehungen und klaren Leitprinzipien aufbauen, die ein sinnvolles Engagement, einen offenen Dialog und kollektive Eigenverantwortung ermöglichen. Diese Aspekte tragen dazu bei, dass CoP-Treffen gut konzipiert, befähigend und effektiv sind - und letztendlich das Gedeihen der Gemeinschaft und der Schüler:innen, denen sie dient, ermöglichen.
Kooperation, Koordination und Zusammenarbeit:
Was ist der Unterschied?
De BruÏne& Gerdes (2018) unterscheiden verschiedene Ebenen der Zusammenarbeit:
Kooperation, Koordination und Zusammenarbeit:
1. Kooperation - Seite an Seite arbeiten
Kooperation bedeutet, dass Menschen einander helfen, wenn es nötig ist, aber meistens einzeln auf verwandte Ziele hinarbeiten.
Aufgaben bleiben getrennt.
Interaktion ist unterstützend, aber begrenzt.
Jede:r behält die Verantwortung für den eigenen Teil.
Typisches Beispiel:
Die Lehrpersonen tauschen Materialien oder Tipps untereinander aus, aber jeder plant seinen Unterricht unabhängig.
2. Koordination - Organisieren der Arbeit, damit sie zusammenpasst
Koordination beinhaltet die Organisation von Aufgaben, Rollen und Zeitplänen, um sicherzustellen, dass die einzelnen Beiträge gut zusammenpassen.
Die Arbeit wird ausgerichtet, synchronisiert, oder sequenziert.
Klare Struktur, Rollen und Verfahren
Der Schwerpunkt liegt auf Effizienz und der Vermeidung von Überschneidungen.
Typisches Beispiel:
Ein Schulteam teilt die Zuständigkeiten für ein Projekt auf (z.B. einer kümmert sich um die Kommunikation, ein anderer um die Datenerfassung). Sie halten sich gegenseitig auf dem Laufenden, um den Prozess abzustimmen.
3. Kollaboration - Zusammenarbeiten, um etwas Neues zu schaffen
Kollaboration bedeutet, dass Menschen gemeinsam an gemeinsamen Aufgaben arbeiten, Entscheidungen gemeinsam treffen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Wissen und Verantwortung werden geteilt.
Neue Ideen entstehen aus Interaktion und Co-Kreation.
Wir setzen auf Vertrauen, Kommunikation und gemeinsame Ziele.
Typisches Beispiel:
Eine CoP entwickelt gemeinsam ein neues Unterrichtskonzept - Brainstorming, Erprobung, Verfeinerung und Bewertung zusammen.
Kurz gesagt:
Zusammenarbeit = wir helfen uns gegenseitig.
Koordination = wir organisieren um Chaos zu vermeiden.
Kollaboration = wir erschaffen etwas gemeinsam.
Wenn wir uns Communities of Practice in inklusiven Schulentwicklungsprozessen ansehen, können wir feststellen, dass dieser Ansatz die Merkmale der Zusammenarbeit widerspiegelt:
Gemeinschaften der Praxis
wechselseitige Verknüpfung von Praktiken und Wissen
Förderung eines umfassenden Lernens von- und miteinander
Förderung der Entwicklung von ganzheitlichen Ansätzen
Förderung der Zusammenarbeit zur Erreichung gemeinsamer Ziele
Förderung der gemeinsamen Suche nach Lösungen für komplexe Probleme
Schlüsselaspekte für eine fruchtbare Zusammenarbeit innerhalb einer Community of Practice in inklusiven Bildungseinrichtungen
-
Werte - Aufbau eines gemeinsamen Fundaments
Eine gedeihende CoP basiert auf gemeinsamen Werten. Mortier und Kollegen (2010) heben drei wichtige CoP-Werte hervor, die einen konstruktiven Prozess ermöglichen, nämlich:
offene Haltung: Flexibilität, um sich an die Umgebung anzupassen;
sicheres Umfeld mit gleichberechtigtem Beitrag: voneinander lernen können und für alle die Möglichkeit haben, sich an der Entwicklung von Ideen zu beteiligen;
Verpflichtung zu erfolgreicher Inklusion: Aufrechterhaltung eines effektiven Unterstützungssystems und Förderung einer positiven Atmosphäre.
Weitere wichtige Werte, die eine CoP vorantreiben, sind Neugier, Respekt und vor allem das Lernen voneinander. Die gemeinsame Definition von Grundwerten hilft, Erwartungen abzustimmen und stärkt die kollektive Verantwortung. Werte dienen als Kompass für Interaktion und Entscheidungsfindung.
-
Klima - Schaffung eines sicheren und unterstützenden Raums
Kollaboration erfordert ein positives Klima, in dem alle Mitglieder ermutigt werden, offen zu sprechen, Zweifel zu äußern, Herausforderungen zu teilen und Ideen einzubringen, ohne Angst vor Verurteilung. Eine einladende, unterstützende Atmosphäre erhöht das Engagement und ermöglicht tieferes Lernen. Um einen sicheren und unterstützenden Raum zu schaffen, kann das CoP Team zum Beispiel gemeinsam eine kurze Reihe von "Wegen, wie wir zusammenarbeiten" erstellen. Kurze Check-Ins, informelle Gespräche oder kleine Teamaufgaben helfen, Verbindungen zu vertiefen und das soziale Gefüge der Gemeinschaft zu stärken. Außerdem sorgen Kommunikationsroutinen wie "Think-Pair-Share" für eine gleichberechtigte Beteiligung.
-
Kommunikationsleitlinien - Ein klarer und respektvoller Dialog
Klare Kommunikationsrichtlinien sorgen dafür, dass jede Stimme gehört wird. Dazu gehören Praktiken wie das Abwechseln der Teilnehmenden, aktives Zuhören, respektvolles Feedback und die bewusste Einbeziehung ruhigerer Mitglieder. Gute Kommunikation verringert Missverständnisse und fördert einen konstruktiven Dialog.
-
Gemeinsame Entscheidungsfindung - Ermächtigung der Gemeinschaft
Eine CoP gedeiht, wenn sich die Mitglieder für Entscheidungen verantwortlich fühlen. Die Einbeziehung aller in die Planung von Schritten, die Einigung auf Prioritäten oder die Gestaltung der nächsten Aktionen fördert das Engagement und stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Gemeinsame Entscheidungsfindung verwandelt Beteiligung in echte Zusammenarbeit. In Bildungskontexten gehört dazu auch die Förderung der Eigenverantwortung der Schüler:innen - um sicherzustellen, dass die Lernenden ein echtes Mitspracherecht bei Entscheidungen haben, die ihre Erfahrungen betreffen. Wenn die Schüler:innen befähigt werden, Ideen und Perspektiven einzubringen, wird die CoP integrativer, reaktionsfähiger und kollektiv vorangetrieben.
-
Reflexion und kontinuierliche Verbesserung - Learning as you go
Regelmäßige Reflexionsmomente helfen dabei, festzustellen, was gut funktioniert und was möglicherweise angepasst werden muss, z. B. durch Anwendung der "Stop-Start-Continue"-Methode am Ende einer CoP-Sitzung. Diese einfache Routine hält die Reflexion überschaubar und schafft eine kontinuierliche Feedbackschleife, die der Gruppe hilft, sich schnell und gezielt anzupassen. Auf diese Weise wird die Anpassungsfähigkeit gestärkt und sichergestellt, dass sich die CoP mit den Bedürfnissen ihrer Mitglieder weiterentwickelt.
Warum diese Aspekte wichtig sind
Gemeinsam schaffen diese Elemente die Voraussetzungen für erfolgreiche und sinnvolle CoP-Sitzungen. Wenn das Umfeld sicher ist, die Werte geteilt werden, die Kommunikation offen ist und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, verwandelt sich Kooperation ganz natürlich in Zusammenarbeit - und ermöglicht es der CoP, zu wachsen, innovativ zu sein und eine langfristige Wirkung zu erzielen.
In Modul 4 finden Sie eine Vielzahl von Methoden und Instrumenten, die Sie bei der effektiven Planung und Moderation Ihrer CoP-Sitzungen unterstützen.
Reflexionsaufgabe: "Wie wird meine CoP zu einem Raum für echte Zusammenarbeit?"
Denken Sie über Ihre aktuelle (oder zukünftige) Community of Practice nach und beantworten Sie die folgenden Fragen. Machen Sie sich selbst Notizen und werden Sie so konkret wie möglich:
Werte - Was leitet uns?
Welche gemeinsamen Werte sind in Ihrer Gruppe bereits sichtbar?
Welche müssen noch diskutiert oder explizit gemacht werden?
Kommunikation - Wie reden und hören wir zu?
Wie effektiv kommuniziert Ihre Gruppe?
Werden alle Stimmen gehört, auch die leiserer oder zögerlicherer Mitglieder?
Klima - Wie sicher und inklusiv ist der das Gruppenklima?
Was trägt dazu bei, dass sich die Menschen wohl fühlen, wenn sie Ideen, Herausforderungen oder Fehler mitteilen?
Was könnte die psychologische Sicherheit in Ihrer CoP stärken?
Gemeinsame Entscheidungsfindung - Wie treffen wir gemeinsam Entscheidungen?
Wie werden Entscheidungen derzeit getroffen?
Wo könnten Sie die Mitglieder aktiver einbeziehen - gegebenenfalls auch Schüler:innen -, um die Handlungsfähigkeit und Eigenverantwortung zu stärken?
Reflexion - Wie lernen wir während der Arbeit?
Welche Reflexionsroutinen gibt es bereits (z. B. Check-Ins, Feedback-Runden)?
Welche neuen Reflexionspraktiken könnten Ihrer CoP helfen, sich weiter zu verbessern?
Referenzen
De BruÏne, E. & Gerdes, J. (2018). Naar de andere oever. Tijdschrift voor Orthopedagogiek, 9-10. https://www.tijdschriftvoororthopedagogiek.nl/110-1137_h1-Naar-de-andere-oever-h1
Mortier, K., Hunt, P., Leroy, M., Van de Putte, I., & Van Hove, G. (2010). Communities of practice in inclusive education. Educational Studies, 36(3), 345–355. https://doi.org/10.1080/03055690903424816
